Der Todesritt der Kosaken »

Die Kosaken, die wilden Reiter des Ostens, sind seit ihrem ersten Auftauchen
im 14. Jahrhundert von einem Mythos umgeben.


Die Kosaken, die wilden Reiter des Ostens, sind seit ihrem ersten Auftauchen im 14. Jahrhundert von einem Mythos umgeben. Sie gelten als verwegene Kämpfer für Freiheit und Unabhängigkeit. Sie ritten an der Seite der Zarin Katharina der Großen gegen die Türken, sie sicherten die Grenze auf dem „wilden Feld", im Süden und Osten des russischen Imperiums, gegen die Tataren.

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  3. Spuren einer grausamen Tragödie

  4. Ein schwer zugängliches Höhlenversteck in den schneebedeckten Osttiroler Alpen birgt Spuren einer der grausamsten Tragödien in der Kosakengeschichte. Der Archäologe Professor Harald Stadler von der Universität Innsbruck ist zusammen mit dem 78-jährigen Alexander Pevnev auf über 2000 Meter gestiegen, um die Relikte dessen verzweifelter Flucht zu finden: Pferdeknochen und einen Wehrmachtsknopf.



  5. Rückblende in den Mai 1945:

  6. 50.000 Kosaken fliehen mit ihren Pferden, Wagen, Frauen und Kindern vor der Roten Armee. Bei Lienz wähnen sie sich endlich in Sicherheit, als sie von den Briten, denen sie sich ergeben und Ihre Waffen ablegen, gefangen genommen werden.


  7. Ein Trugschluss, denn nach sechs bangen Wochen werden sie ausgeliefert.


  8. „Lieber tot als zurück in die Sowjetunion"


  9. Es kommt zur Tragödie: Frauen werfen ihre Kinder in die Drau, um sich danach selbst in die reißenden Fluten zu stürzen, Männer schlitzen sich die Pulsadern auf. „Lieber tot als zurück in die Sowjetunion" steht auf einem Protestplakat.


  10. Sie stellten sich aber auch gegen Peter den Großen, als der Schwedenkönig Karl XII. ihnen reiche Beute und einen eigenen Staat versprach. Das Abenteuer endete mit einer Katastrophe. Die Geschichte der Kosaken ist reich an unseligen Koalitionen, vernichtenden Niederlagen, Flucht, Vertreibung und Verbannung.



  11. Zeugnisse eines Massenmords

  12. "Schliemanns Erben" begleitet Professor Stadler bei seiner archäologischen Rekonstruktion der Ereignisse von damals. In Osttirol ist dieses schreckliche Kapitel der Geschichte immer noch ein Tabu, gerade deshalb sind die unbestechlichen Zeugnisse, die der Boden birgt, für ihn von unschätzbarem Wert. Doch den Kosakenforscher beschäftigt eine weitere Frage: Warum wurden die wilden Reiter des Ostens in den letzten vier Jahrhunderten immer wieder verfolgt, verraten, verbannt?


  13. Das Fernseh-Team reist mit ihm in die Ukraine, wo erst seit der Unabhängigkeit eine freie Kosakenforschung möglich ist. Stalins Erben hatten den Hass auf die Männer mit ihren eigenen Uniformen nie vergessen. In Baturin, einem kleinen Dorf nördlich von Kiew, trifft die Expedition auf das Grabungsteam von Professor Wladimir Kowalenko. Er zeigt Skelette von Frauen und Kindern, die er bei seiner Grabung einer Kosakenresidenz entdeckt hat. Weil die Kosaken sich gegen Zar Peter den Großen gestellt hatten, mussten ihre Familien sterben. Baturin wurde dem Erdboden gleichgemacht, als Exempel: So geht es Leuten, die sich gegen den Zaren stellen.


  14. Erst durch Kowalenkos Grabung wird das Ausmaß des russischen Zorns auf die Kosaken deutlich. Als erstes westliches Fernsehteam begleiten "Schliemanns Erben" die traurigen Grabungsarbeiten der ukrainischen Archäologen, die ein lange verschwiegenes Kapitel Kosakengeschichte eindrucksvoll beleuchten.



  15. Die Todesinsel Solowetski

  16. Auch unter Wasser finden sich Hinweise auf eine Kosakentragödie. Im aufgestauten Dnjepr tauchen Archäologen nach den Resten der Siedlungen im Kernland der verwegenen Reiter, die auch hervorragende Seeleute waren. Sie sichten Schiffswracks im trüben Flusswasser, mit denen die Kosaken für Katharina die Große gegen die Türken segelten.


  17. Zur "Belohnung" wurden ihre Dörfer später von zaristischen Regimentern zerstört und die Bevölkerung verschleppt. Die Kosaken waren ihr zu unabhängig und damit gefährlich geworden. Auf dem Grund des Dnjepr finden die Unterwasserarchäologen Scherben, die Überreste der zerstörten Dörfer. Dieses Atlantis der Kosaken erzählt von der Furcht der Herrschenden vor den mutigen, unberechenbaren und demokratisch organisierten Kriegern. Ihren letzten frei gewählten Hetman schickte die Zarin auf eine Insel im Nordmeer in die Verbannung.


  18. Im Alter von unglaublichen 113 Jahren verlässt Solowetski seine Zelle als freier Kosak.


  19. Harald Stadler fährt mit dem Zug durch ganz Russland, um sich auf die Todesinsel Solowetski einzuschiffen. Vor wenigen Jahren war das noch undenkbar, das Eiland gehörte zum Archipel Gulag. Heute gibt es ein Forschungszentrum auf der unwirtlichen Insel, das sich mit den Verbrechen des Sowjetsystems auseinander setzt. Hunderte Kosaken sind in den Archivakten aufgeführt, die nach dem Bürgerkrieg von den Bolschewiki auf Solowetski liquidiert wurden.


  20. Die mutigen Reiter waren wieder einmal für die falsche Seite geritten.


  21. Stadler findet auch die Zelle des letzten Hetmans, der wie als Zeichen seiner Unbeugsamkeit die Verbannungsstrafe von 25 Jahren überlebt.


  22. Im Alter von unglaublichen 113 Jahren verlässt er seine Zelle als freier Kosak.

Vernichtung  

Der Aktenvermerk "Kosak"
im Pass war gleichbedeutend
mit dem Todesurteil. Lenin rächte sich entsetzlich und schickte die Reiter mit ihren Familien in die Verbannung, zur Zwangsarbeit, in den Tod. Continue »

Hölzerne Festungen...

bildeten die Operationsbasen der Kosaken am Dnjepr. Ihre Lage im schwer zugänglichen Flusslabyrinth unterhalb der Stromschnellen machte sie zum sicheren Zentrum des Kosakentums.     Continue »

Der vergessene Genozid.

Im April 1945 waren die Kosaken mit Frauen und Kindern auf der Flucht, sie fürchteten Stalins Rache. Ihre Trecks zogen Richtung Osttirol. Dort standen die Briten. Sie glaubten in sicheren Händen zu sein    Continue »