Die Bürokratie des Schreckens

 

Unerbittliche Verfolgung und Vernichtung

  1. Im Bürgerkrieg nach der Oktoberrevolution ritten die Kosaken noch einmal für Mutter Kirche, für Vaterland und Zaren, aber vor allem gegen die bolschewistische Rote Armee. Doch nach zwei Jahren blutiger Kämpfe standen die Kosaken wieder auf der Verliererseite.

  2.   

  3. Lenin rächte sich entsetzlich und schickte die stolzen Reiter mit ihren Familien in die Verbannung, zur Zwangsarbeit, in den Tod.






Der Aktenvermerk "Kosak"
im Pass war gleichbedeutend
mit einem Todesurteil.




Jahrzehntelanges Schweigen

  1. Die Unterkünfte der Elenden stehen heute noch. Ein neu gegründetes staatliches Forschungszentrum arbeitet die Verbrechen im Archipel Gulag endlich auf. Grausige Funde: Massengräber und tausende Akten mit dem Vermerk "Kosak".


  2. Die Bürokratie des Schreckens wurde Jahrzehnte lang totgeschwiegen. Die Sowjets betrieben die Kosakenvernichtung planmäßig.

    Wer die Schikanen der Wachmannschaften, die gnadenlosen Arbeits- und Wetterbedingungen überstand, den schickte man in den noch einsameren Westen der Insel. Die Christihimmelfahrtskirche ist noch heute ein trostloser Ort. Zusammengepfercht warteten die Kosaken auf das Erschießungskommando.


  3. „Zusammengepfercht warteten die Kosaken auf das Erschießungskommando. Der Kirchenraum diente als Todeszelle.“


  4. Der Kirchenraum diente als Todeszelle. Eine letzte Demütigung für die Männer, die immer auch für ihren Glauben gekämpft hatten. Woher kam die unerbittliche Verfolgung?

 

Die „neuen“ Kosaken

  1. 60 Jahre nach der Tragödie an der Drau treffen sich die "neuen" Kosaken in Lienz jährlich mit den wenigen Überlebenden und Nachfahren von damals.


  2. Mit Traditionsverbundenheit allein ist es nicht zu erklären, dass nach Jahrhunderten der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung immer noch Menschen wie Alexander Pevnev die Kosakenuniform tragen wollen. Harald Stadler glaubt, dass ihre Idee von Freiheit gepaart mit dem Ehrenkodex der Steppe einfach nicht besiegt werden kann.

  3. Und da ist natürlich die Kirche.


  4. Ihr Erstarken in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat auch das totgeglaubte Kosakentum wiedererweckt.

  5.  
    Die tollkühnen Reiter strahlen immer noch eine Faszination aus, die weit über ihre Kunststücke zu Pferde hinausreicht. So rätselhaft bis heute ihre Ursprünge sind, so klar ist ihre Vision:


 

Archäologe Wolodimir Kowalenko
über die Vision der Kosaken:

  1. "Es ist ein Leben am Rande des Krieges, aber ein unabhängiges Leben - das trieb die Menschen dazu,
    die Pistole hinter den Gürtel zu stecken und den Säbel in
    die Hand zu nehmen. Um tagtäglich die Unabhängigkeit zu verteidigen.

  2. Sie führten ein Leben zwischen Freiheit und Tod."



Unglückliche Koalitionen

  1. Im Kampf um ihre Unabhängigkeit gingen die Kosaken leider fallweise politisch unglückliche Koalitionen ein.


  2. Sie ritten immer für Gott und den Zaren, kämpften zäh für ein freies Russland, bis zum heutigen Tage getrieben von der Hoffnung auf einen eigenen Staat. Dadurch wurden sie immer wieder unschuldig Werkzeug der Herrschenden - und wurden schließlich zwischen diesen zerrieben.

  3.  

  4. Das Volk, das vor mehr als 500 Jahren aus dem Nichts kam, hat sich einen Platz in der Geschichte erkämpft und in den Herzen der Menschen.


  5. Wie sagte Alexander Pevnev zum Abschied:



"Ich wurde als Kosak geboren,

ich werde auch als Kosak sterben.".

 

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